Potentialanalyse (PA)

Vor dem eigentlichen Beginn der TalenteWerkstatt wird in der Schule mit allen künftigen Teilnehmern bereits im 7. Schuljahr eine sogenannte Potentialanalyse durchgeführt. Diese dauert i.d.R. 2 Tage.

Die Ergebnisse geben einen ersten Aufschluß über bestimmte Fähigkeiten und Fertigkeiten von einzelnen SchülerInnen und der ganzen Klasse, welche - wenn notwendig - in die Gesamtplanung der TalenteWerkstatt und der Auswahl der Praxisfelder einfließen können.

 

Bei der Potentialanalyse geht es noch nicht um die Frage: "Was will ich werden?", sondern um die Stärkung der Persönlichkeit, um Unterstützung eine Lebensperspektive zu entwickeln und einen Sinn zu finden. Zentrale Fragen lauten: "Wie will ich später leben und arbeiten?"; "Was kann und was will ich erreichen?"

Damit wird das berufliche Selbstkonzept gefördert.

Potentiale bezeichnen verborgene, noch nicht entwickelte Kompetenzen. Es geht darum zu erkennen, was in einem Jugendlichen steckt, welche verborgenen Talente noch in ihm ‚schlummern’, sich noch entfalten können. Häufig zeigen Jugendliche Kompetenzen, die von ihren rein schulischen Leistungen stark abweichen. Geschuldet ist dies dem anderen Lernort außerhalb vom schulischen Alltag, motivierenden Verfahren, besonders geschulten Fachkräften und fördernden Verfahren. Im Anschluss an eine Potentialanalyse ist demnach eine individuelle Förderung sinnvoll.

 

Während der Potentialanalyse wird ein Prozess angestoßen, in dem die Jugendlichen ihre Interessen und Neigungen besser kennenlernen, sie sind aktiver Teil, verstehen Ziel, Ablauf und Bedeutung des Verfahrens.

In handlungsorientierten Verfahren zeigen sie ihre Fähigkeiten, schätzen sich selbst ein und bekommen Rückmeldungen von geschulten Beobachtern. Im Abgleich der Selbst- und Fremdeinschätzung werden Förderempfehlungen erarbeitet und Fördervereinbarungen getroffen.

In verschiedenen Übungen können sie sich Bilder ihrer zukünftigen Lebens- und Arbeitswelt erschließen und damit erste berufliche Neigungen und Interessen finden, sie werden für ihren individuellen Orientierungsprozess sensibilisiert und gestärkt.

In der Potentialanalyse werden Schlüsselkompetenzen untersucht, die sowohl im Alltagsleben als auch berufsübergreifend von Bedeutung sind:

  • Methodenkompetenz: die Fähigkeit, instrumentell selbstorganisiert zu handeln, d.h. Tätigkeiten, Aufgaben und Lösungen methodisch kreativ zu gestalten und das eigene Vorgehen strukturieren zu können.
  • Sozialkompetenz: die Fähigkeit, kooperativ und kommunikativ selbstorganisiert zu handeln. Das bedeutet, sich mit anderen kreativ auseinander und zusammenzusetzen, sich für die Entwicklung neuer Pläne und Ziele gruppen- und beziehungsorientiert verhalten zu können.
  • Personale Kompetenz: die Fähigkeit, reflexiv selbstorganisiert zu handeln, sich selbst einzuschätzen und produktive Einstellungen, Werthaltungen, Motive und Selbstbilder entwickeln zu können, eigene Begabungen, Motivationen, Leistungsvorsätze zu entfalten sowie sich kreativ zu entwickeln und zu lernen.

Im Rahmen der Systematischen Beobachtung werden von uns die folgenden Standards beachtet:

  • Verhaltensorientierung, d.h. in den simulations- und handlungsorientierten Verfahren bildet das Verhalten des Jugendlichen in einer bestimmten Handlungssituation die Grundlage der Bewertung.
  • Die Beobachtung erfolgt auf der Grundlage festgelegter Kriterien
  • Beobachtung und Bewertung sind voneinander getrennt
  • Der Personalschlüssel beträgt 1:4 ( Beobachter : Jugendlichen)
  • Nach jeder Aufgabe wechseln die Beobachter um subjektive Eindrücke zu vermeiden.

Bausteine der Potentialanalyse

  • Selbst- und Fremdeinschätzung
  • Biografisches Interview Figuren nachbauen (Tangram)
  • Jenga-Turmbau
  • Figuren abzeichnen und ausschneiden
  • Kupferdrahtformung
  • Stadt-Land-Prominenter-Tier-Beruf-Vorname
  • Schrauben eindrehen
  • Erlebnispädagogische Bausteine

Stand: 20.09.2012

Unsere Hotline für Schulen und Lehrer: 

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